Gesund durch den Winter mit frischen Vitaminen – Sprossen

Im Sommer könnt ihr Obst und Gemüse im eignenen Garten oder auf dem Balkon anpflanzen. So kommt ihr jederzeit an viele frische Vitamine, indem ihr die Lebensmittel erst kurz vor dem Zubereiten der Mahlzeit erntet. Aber wie gelangt man im Winter an frische Vitamine? Bis das Obst und Gemüse, das ihr im Winter im Supermarkt kauft, bei euch im Einkaufswagen oder auf dem Teller landet, sind im Normalfall seit der Ernte bereits viele Stunden oder sogar Tage vergangen. Der Vitamingehalt des Obsts und Gemüses leidet darunter natürlich auch. Für dieses Problem gibt es zum Glück eine Lösung.

Sprossen

Das Zauberwort heißt selbst gezogene Sprossen. In den 90ern erfreuten sich die Sprossen bereits großer Beliebtheit. In vielen Haushalten gab es Sprossentürme, Keimgläser oder -schalen, in denen die Vitaminbomben auf der Fensterbank selbst gezogen wurden. Irgendwann verschwanden sie allerdings von der Bildfläche.

Im Frühsommer 2011 erlangten die Sprossen wieder mehr Aufmerksamkeit, allerdings waren das Negativschlagzeilen. Könnt ihr euch noch an den EHEC-Skandal erinnern, der von verseuchten Sprossen verursacht wurde? Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurden die Sprossen immer unbeliebter, meiner Meinung nach völlig zu Unrecht.

Fertig gezogene Sprossen würde ich zwar immer noch nicht in einem Geschäft kaufen. Aber was spricht dagegen, die Sprossen zu Hause selbst zu ziehen? Dort habt ihr die komplette Kontrolle darüber, ob sie bei der richtigen Temperatur gewachsen sind, regelmäßig gewässert wurden…

Sprossen im Keimglas

Auf den meisten Verpackungen der Samenkörner steht, wie oft die jeweilige Sorte gewässert werden muss, im Normalfall ein- bis dreimal pro Tag. Daran solltet ihr euch auch halten. Wässert ihr zu oft, kann es dazu führen, dass die Sprossen verschimmeln, wässert ihr zu wenig, können die Sprossen, v.a. an den ersten Tagen, vertrocknen. In beiden Fällen bleibt euch nichts anderes übrig als die Sprossen wegzuwerfen. Außerdem ist es wichtig, dass die Sprossen nah genug am Fenster stehen, so dass sie ausreichend Tageslicht abbekommen, das wichtig für deren Wachstum ist. Die ideale Zimmertemperatur beträgt zwischen 18°C und 21°C. Wenn ihre dies beachtet, habt ihr, je nach Sprossensorte, bereits nach 5 bis 7 Tagen vitaminreiche, leckere Sprossen.

Bei der Wahl der Samenkörner habt ihr die Qual der Wahl. Ihr könnt euch z.B. für Alfalfa entscheiden, das mild im Geschmack und reich an Vitaminen ist. Linsensprossen haben einen leicht nussigen Geschmack. Die Sprossen von Rucolasamen schmecken würzig, die von Sesamkörnern hingegen schmecken auch nussig. Neben den eben genannten könnt ihr noch weitere Sprossen ziehen, z.B. aus Samen von Amaranth, Senf, Kichererbsen, Sonnenblumen, Gerste, Radieschen.

Sprossen in der Keimschale

Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, habe ich sowohl ein Keimglas als auch eine Keimschale verwendet. Mir gefällt das Keimglas besser, da die darin enthaltenen Sprossen sich besser wässern lassen als in der Schale. Im Keimglas finde ich es leichter, das übrige Wasser zu entfernen; einfach das Glas umdrehen und das Wasser durch das Sieb im Deckel abfließen lassen. Bei der Schale hingegen müsst ihr entweder immer nur wenig Wasser verwenden und dann durch das vorhandene Ausgußloch abfließen lassen oder jedes Mal das Sieb entfernen, damit ihr das Wasser aus der sich darunter befindenden Schale wegschütten könnt. Vom ersten Tag der Anzucht bis zur Ernte habe ich leider beim Wässern der Keimschale einige Sprossen verloren, da sie beim Abgießen des Wassers aus dem Gitter gefallen sind. Sprossentürme finde ich auch nicht so optimal, da ihr dann nicht in einem Stockwerk Sprossen ziehen könnt, die einmal am Tag gewässert werden müssen, und im anderen welche, die ihr dreimal täglich wässern müsst, d.h. sie müssen auf allen Ebenen immer gleich viel Wasser bekommen. Auch wachsen die Sprossen in dem Keimglas viel schneller als in der Keimschale. Ich habe Alfalfa-Sprossen sowohl im Keimglas als auch in der Keimschale gezogen. Die im Keimglas haben bereits am ersten Tag kleine, grüne Triebe gezeigt und waren insgesamt den anderen aus der Keimschale um ca. 3 Tage voraus.

Jetzt bin ich sehr gespannt, wie eure Erfahrungen mit Sprossen sind. Zieht ihr selbst Sprossen? Wenn ja, verwendet ihr ein Keimglas, einen Turm, eine Schale oder etwas ganz anderes? Welches sind eure Lieblingssorten? Wie „verarbeitet“ ihr die Sprossen? Ich verwende sie meistens nur im Salat oder aufs Brot, bin aber dankbar für weitere Alternativen.

8 comments

  1. Oh cool! Danke für den informativen Sprossen-Post! Das erinnert mich daran, dass ich auch dringend noch mal welche züchten wollte! Habe einen Sprossen-Turm, damit klappt es auch prima! Ich mache es nur irgendwie viel zu selten :)Ganz liebe Grüße
    Ann-Katrin

    1. Hi Ann-Katrin,
      das freut mich, dass dir der Post gefällt. Etwas aufwendig ist das Ziehen der Sprossen schon, aber sie belohnen dich danach ja auch mit einem tollen Geschmack und vielen Vitaminen 😉
      LG Melli

  2. Oha, noch ein Sprossenzüchter. 🙂
    Ich habe eine kleine Schale mit einem engmaschigen Gitter, das sich meiner Ansicht nach sehr gut für die Aufzucht macht. Meine Favoriten sind Kresse (der Klassiker 😉 ), Bockshornklee und Radischen. Natürlich sind sie auf einer guten Scheibe Brot nahezu unschlagbar, aber ich mag die Sprossen auch sehr gern in Rührei oder auf Burgern.

    Liebe Grüße
    Britta

    1. Hi Britta,
      oh, wie schmeckt denn Bockshornklee? Eher scharf oder mild?
      Auf Burger? Auf diese Kombination wäre ich jetzt nicht gekommen. Allerdings bin ich auch nicht sonderlich kreativ, was die Sprossen betrifft. 😉 Ich esse sie immer nur auf ein Brot oder in einem gemischten Salat.
      LG Melli

      1. Hey Mellie,

        Bockshornkleesprossen sind schön würzig, aber wirklich scharf sind sie nicht. Ein bisschen vielleicht, aber nicht zu vergleichen mit Chilli, eher mit Curry. Deshalb finde ich sie gerade für Burger so super, weil da so viele verschiedene Geschmacksrichtungen zusammenkommen. 🙂

        Liebe Grüße
        Britta

        1. Hi Britta,
          danke für die Erklärung. Jetzt hast du mich neugierig gemacht. Ich werde die Augen nach Bockshornkleesamen offen halten.
          LG Melli

  3. Ich hab einen Turm und finde den ganz praktisch- nur schaffe ich es zur Zeit nicht selber zu ziehen- bin zu selten zuhause…..

    1. Kommst du gut klar mit dem Turm?
      Das ist leider der Haken, wenn man selbst Sprossen zieht: man muss regelmäßig zu Hause sein, um die Sprossen immer zu wässern. Diese Tatsache hat mir leider auch schon ein paar Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil ich mal einen Tag nicht zu Hause war, die Sprossen aber trotzdem Wasser wollten 😉

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