Tomatensoße einkochen

Nachdem ich schon seit einigen Jahren mindestens einmal pro Jahr saure Senfgurken einlege, wollte ich dieses Jahr zusätzlich auch noch Tomatensoße einkochen, um mir den Sommer länger zu konservieren.

Tomatensoße in Gläsern

Als ich mich dann in die Weiten des Internets gestürzt und meine Bücher gewälzt habe, wurde ich zwar sehr schnell fündig, aber auch erschlagen von den vielen neuen Begriffen: fermentieren, einkochen, einlegen, einmachen, einwecken. Was ist denn das Richtige, um Tomatensoße haltbar zu machen? Damit es anderen Neulingen nicht wie mir geht und ich selbst auch nächsten Sommer irgendwo auf die Schnelle nachschlagen kann, hier die Erklärungen (Bitte korrigiert mich, wenn irgendetwas noch falsch beschrieben ist.):

  • Einmachen: Dies passiert hauptsächlich mit Obst, wenn z.B. Marmeladen oder Gelees hergestellt werden. Die Lebensmittel werden eingekocht und bereits aufgrund ihrer Zutaten, wie z.B. dem Gelierzucker im Fall der Marmeladen, haltbar gemacht. Anschließend muss das Eingemachte nur noch in Gläser umgefüllt werden und ist automatisch haltbar gemacht.
  • Einkochen: Beim Einkochen werden, wie z.B. im Rezept der Tomatensoße, zuerst die frischen Lebensmittel verarbeitet und vorgekocht, um anschließend noch heiß vom Kochen in die Gläser gefüllt zu werden. Die Gläser werden dann im Wasserbad erhitzt, wodurch die eingekochten Lebensmittel sterilisiert werden und dadurch haltbar sind.
  • Fermentieren: Das Gemüse wird, wie z.B. bei den Senfgurken in Gläsern entweder einige Zeit in eine Salzlake gelegt oder, beim trocknen Fermentieren, von Salz bedeckt. Die Mikroorganismen bzw. Milchsäurebaktieren, die in den Lebensmitteln enthalten sind, sorgen dafür, dass ein Gärungsprozeß statt findet, bei dem schädliche Baktierien absterben und somit das Gemüse haltbar wird.

Habt ihr dieses Jahr auch schon etwas eingemacht, eingekocht oder fermentiert? Ich bin gerade noch auf der Suche nach tollen Rezepten, da ich für mich entdeckt habe, wieviel Spaß es macht, den Sommer zu konservieren und im Winter zu verspeisen.

Nachdem nun die ganzen Begriffe geklärt sind, geht es ans eigentliche Rezept – das Einkochen von Tomatensoße.

Zutaten (9 Gläser à 370 ml):

4 kg Tomaten
2 EL Olivenöl
400 g Gemüsezwiebeln
2 gehäufte EL Salz
Pfeffer
2 EL Oregano
1 EL Rosmarin

Zubereitung:

  • Die Tomaten waschen.
  • Die Tomaten kreuzweise einschneiden. Kleinere Tomaten nur einmal, größere Tomaten an zwei bis drei Stellen. An diesen Stellen wird später die Haut der Tomaten aufplatzen, so dass sie leichter entfernt werden kann.

Tomate eingeritzt

  • In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen.
  • Sobald das Wasser im Topf kocht, so viele der eingeschnittenen Tomaten mit einem Schaumlöffel hineingeben, so dass noch alle Tomaten komplett mit dem heißen Wasser bedeckt sind.
  • Das Wasser nochmal erneut aufkochen lassen und dann ausschalten.
  • Die Tomaten ca. 5 min im heißen Wasser lassen.
  • Die Tomaten mit einem Schaumlöffel aus dem heißen Wasser heraus nehmen und zum Abschrecken in einen Topf mit eiskaltem Wasser geben.
  • Die Tomaten ein paar Minuten in dem eiskalten Wasser lassen.
  • Dies mit allen Tomaten machen, so dass bei allen die Haut so weit abgeplatzt ist, dass sie sich ganz einfach lösen läßt.

Tomate aufgeplatzt

  • Die Haut der Tomaten nun entfernen.

Tomate gehaeutet

  • Die Tomaten halbieren, den Strunk entfernen. Außerdem alle braunen oder angeschlagenen Stellen großzügig ausschneiden, um eine spätere Schimmelbildung zu vermeiden. Anschließend grob würfeln und beiseite Stellen. Wer mag, kann die Tomaten auch noch passieren, so dass die Kerne entfernt sind.
  • Die Zwiebeln schälen und würfeln.
  • In einem großen Topf, der später auch alle Tomaten fassen kann, das Olivenöl erhitzen.
  • Die Zwiebelstücke im Olivenöl glasig dünsten.
  • Anschließend die gewürfelten Tomaten hinzu geben.

Tomatenstuecke im Topf

  • Alles mit einem Pürierstab klein pürieren.
  • Mit Pfeffer, Salz, Oregano und Rosmarin würzen.
  • Die Soße bei voller Hitze 30 min kochen. Dabei einen Deckel schräg auf den Topf legen, so dass es nicht spritzt, aber trotzdem Feuchtigkeit entweichen kann.
  • Die gründlich gereinigten TwistOff Gläser, in die die Tomatensoße gefüllt werden soll, mit heißem Wasser füllen. Das verhindert, dass die Gläser beim Einfüllen der heißen Flüssigkeit springen. Auch sollten alle Gläser dieselbe Größe haben.
  • Nun einzeln das heiße Wasser aus den TwistOff Gläsern gießen und die Tomatensoße mit einem Marmeladentrichter bis ca. 1cm unter den Rand einfüllen.
  • Wird die Außenseite des Randes mit Soße verkleckert, dann sofort sauber wischen, um spätere Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Die Fettpfanne (= das hohe Backblech) in die unterste Schiene des Herdes geben und mit einem Geschirrtuch auslegen. Das Tuch verhindert, dass die Gläser sich im Bratrohr berühren und dabei springen.
  • Nun die mit der heißen Soße gefüllten Gläser so in die Fettpfanne stellen, dass sie sich nicht berühren.
  • Die Fettpfanne so hoch mit Wasser befüllen wie möglich. Das Wasser sollte dieselbe Temperatur haben wie die Tomatensoße in den Gläsern.
  • Den Herd auf 170°C Heißluft heizen. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Tomatensoße in allen Gläsern blubbert, die Temperatur auf 120°C reduzieren und die Gläser noch eine Stunde im Bratrohr belassen. Fangen die Gläser zu pfeifen an, so ist dies normal, da überflüssige Luft aus dem Glas entweicht und dabei ein hohes, schrilles Pfeifgeräusch entsteht.
  • Anschließend das Bratrohr ausschalten und die Gläser im Bratrohr für mindestens eine weitere halbe Stunde abkühlen lassen. Währenddessen sollten sich die Deckel der Gläser nach Innen gezogen haben. Beim späteren Öffnen der Gläser macht der Deckel dann das typische Plopp-Geräusch.

Dauer: 4 Stunden

T wie „Tomatensoße einkochen“. Der Name dieses Rezeptes beginnt mit T und paßt deshalb perfekt zu meinem Blog-Event Wir kochen uns durch das Alphabet – T.

Wir kochen uns durch das Alphabet - T

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