Zipperle-Kuchen

Zipperle-Kuchen

Als ich letzten Sommer das erste Zipperle-Rezept veröffentlicht habe, habe ich mich auf die Suche nach dem offiziellen Namen der Zipperle gemacht. Schnell musste ich feststellen, dass dies gar nicht so einfach ist. Es gibt Obstsorten, wie z.B. Birnen oder Bananen, von denen mir nur eine Bezeichnung bekannt ist. Zipperle hingegen haben die unterschiedlichsten Namen. Bei meiner Recherche in meinem Umfeld habe ich heraus gefunden, dass sie auch Zibarte, Kriecherl, Kriechenpflaume, Kirschpflaumen und Wildpflaumen genannt werden.

Auf Wikipedia wurde ich regelrecht erschlagen von weiteren Bezeichnungen:
Krieche, Kritzschken, Krellen, Kricke, Kreke, Weinkrieche(rle) oder Weinkrüglein, Schwein- oder Saukrieche, Kriacherl, Cypern oder Ziper(le), Ziparte, Ziegfarze, Bocks- oder Geißhoden, Maroncken oder Malo(n)cken, Tornigel, Tarrnickel, Ross-, Scheiß-, Wein-, Haber-, Hafer- oder Au(g)stpflaume, Pflaumenschlehe, Aug(u)stkirsche, Fluder, Flüder, Pfluder, Priester, Schlupfen, Schlupfer, Weinling und Prunellen, Brunellen, Brinellen, Brigniolen, Prünellen oder Brugnolen. Kennt ihr noch zusätzliche Namen?

So vielseitig wie der Name ist auch ihre Verwendung. Bisher habe ich sie als Marmelade gegessen, als Tiramisu oder Crumble zubereitet. Jetzt möchte ich mit euch das Rezept für einen sehr saftigen Zipperle-Kuchen teilen.

Zutaten (Springform 15 cm Durchmesser):
50 g Sonnenblumenmargarine
1 Ei
60 g Zucker
95 g Weizenmehl (Type 405)
5 g Backpulver
65 ml Milch
135 g Zipperle
1 -2 TL Puderzucker

Zubereitung:

  • Margarine, Ei und Zucker mit dem Mixer in einer Schüssel schaumig rühren.
  • Milch, Mehl und Backpulver dazu geben und mit dem Mixer zu einem glatten Teig verrühren.
  • Die Kuchenform mit ein bißchen Margarine auspinseln und mit Mehl bestäuben, damit sich der fertig gebackene Kuchen später leicht aus der Form lösen läßt.
  • In die Kuchenform gerade so viel Teig füllen, dass der Boden damit bedeckt ist. Das ist ca. 1/3 der gesamten Teigmenge.
  • Die Zipperle mit einem scharfen Messer der Länge nach halbieren, den Kern entfernen und mit der Schnittseite nach unten nebeneinander auf dem Teig verteilen.
  • Den restlichen Teig gleichmäßig über dem Obst verteilen. Die Zipperle sollten komplett vom Teig bedeckt sein.
  • Den Kuchen im nicht vorgeheizten Bratrohr bei 180°C (Umluft, mittlere Schiene) ca. 30 min im Bratrohr backen.
  • Sobald der Kuchen fertig gebacken ist, sollte dieser ein bißchen auskühlen und anschließend aus der Form genommen werden.
  • Anschließend den Kuchen mit Puderzucker bestreuen. Damit dies gleichmäßig wird, ein kleines Sieb verwenden, den Puderzucker hinein füllen. Nun das Sieb über den Kuchen bewegen und gleichzeitig den Puderzucker mit einem Teelöffel im Sieb verstreichen.

Dauer: 1 Stunde

8 comments

  1. Schaut lecker aus! Aber irgendwie nicht „saftig“ wie ein Obstkuchen z.B..
    Kann man da ohne schlechtes gewissen den Fruchtanteil erhoehen?

    Merci. :)

    1. Für diese Sorte Kuchen war er sogar extrem saftig, da (was auf dem Foto nicht so gut zu erkennen ist) eine komplette Schicht Zipperle auf der ersten Teigschicht ist 😉 Es dürfte aber auch kein Problem sein, ob noch nochmal eine Schicht Zipperle darauf zu legen und mit zu backen.

  2. Der sieht ja lecker aus und mit der kleinen Springform war er sicher saftig. Meine Kollegin hatte auch einen Zwetschkenkuchen gebacken und anfangs dachte ich auch erst der ist trocken, weil ich die Zwetschken gar nicht so sehen konnte. War aber auch total saftig. Die Zipperle kenne ich allerdings wirklich nicht. Da muss ich mal Google befragen. :-)

    Liebe Grüße
    Anna

    1. Ja, er war extrem saftig. Ich war selbst ganz überrascht.
      Vielleicht kennst du die Zipperle unter einem der weiteren oben aufgeführten Namen.

  3. Der sieht so verlockend aus, da könnte ich mir jetzt gut ein Stückchen vorstellen…

    1. Dann greif zu 😉

  4. Danke für den Link, liebe Melli! Da hast du ja wirklich schon einige sehr schöne Kriecherl … äh Zipperle-Rezepte auf deinem Blog. Wenn ich darf, werde ich mich in der nächsten Saison bedienen.

    Liebe Grüße aus Wien
    Susi

    1. Hi Susi,
      gerne! Natürlich darfst du dich an den Rezepten bedienen. Evtl kommt die nächsten Tage sogar ein neues dazu. Die Idee besteht jedenfalls schon im Kopf. Ich muss sie jetzt allerdings noch testen 😉
      LG Melli

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